Silvia Berft

Mehr Leben durch weniger Stress

Atemtechnik mit vielseitiger Wirkung ǀ Silvia Berft

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Vokalatmung ist eine Atemtechnik aus dem indischen Yoga. Manchmal wird es auch Vokalsingen genannt.

In meinen Yoga-Gruppen habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Vorbehalte gegen jegliches Tönen und Singen haben. Das ist für mich auch okay so. Da ich sehr westlich orientiert bin, brauchen wir das nicht unbedingt.

Aber es gibt bestimmte Techniken, die ich total gut finde. Dazu gehört zum Beispiel das Vokalatmen.

Bevor ich mit meinen Teilnehmern das Vokalatmen übe, erkläre ich ihnen immer, wozu das gut ist. Wobei diese Atemtechnik helfen und unterstützen kann.

Und es hat sich gezeigt, wenn ich erkläre, welchen Hintergrund dies hat, wird auch gerne getönt. Denn dann ist es nicht mehr spirituell, was viele ja nicht möchten. Nein, dann hat es einen medizinischen Hintergrund und eine gesundheitsfördernde Wirkung. Und dies wiederum passt gut zu mir, da ich ja unter anderem auch Heilpraktikerin bin.

Vorteile der Vokalatmung

Diese Atemtechnik wird inzwischen in ganz verschiedenen Bereichen eingesetzt, da deren Vorteile immer mehr erkannt werden.

  • Sie wird zur Stärkung der Stimme/Stimmbänder, beispielsweise bei Berufssprechern und Sängern, eingesetzt. Auch zum Aufbau der Zwerchfellmuskulatur ist sie gut geeignet.
  • Auch ist diese Stimmübung oft ein Bestandteil der Therapie bei Parkinson-Patienten. Diese können oft aufgrund ihrer Erkrankung ihre Stimme nicht mehr richtig einsetzen. Die Vokalatmung hilft dabei, die Stimmorgane gezielt wieder zu stärken und aufzubauen.
  • Ebenso kommt sie in der Logopädie immer mehr zum Einsatz, z.B. bei Stottern.
  • Aber auch zur Selbsterfahrung in der Psycho- und Angsttherapie kommt sie immer mehr zum Einsatz. Durch das Tönen können beispielsweise Angstgefühle reduziert werden.
  • Und zu guter Letzt dient es natürlich der Entspannung. Es befreit und weckt positive Gefühle in dir.

Art der Vokalatmung

Bei der Vokalatmung geht es darum, dass beim Ausatmen die Vokale getönt werden. Sinn der Sache ist, durch das Tönen die Ausatmung sozusagen spielerisch zu verlängern. Denn durch das Tönen fällt das Ausatmen viel leichter.

Dazu gibt es zwei Varianten:

  • Variante 1: Beim Ausatmen werden ALLE Vokale hintereinander getönt.
  • Variante 2: Mit jedem Ausatmen wird EIN Vokal getönt.

Reihenfolge der Töne

I – E – A – O – U

Es gibt auch noch die alte Variante A – E – I – O – U. Diese finde ich persönlich jedoch nicht sinnvoll, da du dann mit den Chakren hin und her springen musst.

Gemäß der neueren Variante beginnst du von oben und wanderst langsam nach unten. Dies ergibt für mich einen Sinn.

Für was stehen die einzelnen Buchstaben?

I = steht für den Kopfbereich (7. Chakra, Scheitel). Es unterstützt deine Konzentration und wirkt sich positiv auf deine Nase und deine Kehle aus.

E = steht für deine Kehle (6. Chakra, Kehlkopfchakra). Es zeigt Wirkung auf deine Schilddrüse und somit auf deinen Stoffwechsel. Und natürlich auf deine Kehle allgemein.

A = steht für Brustbereich, Herz, Lunge (4. Chakra, Herzchakra). Es wirkt sich besonders gut auf deine Bronchien und deine Lunge aus. Aber auch auf dein Herz.

O = steht für deinen Bauch (3. Chakra, Bauch-/Nabelchakra, Solarplexus). Dadurch wird dein Sonnengeflecht, dein sogenannter Solarplexus, aktiviert. Dort treffen ganz viele Nervenstränge aufeinander. Ebenso werden durch das Tönen des Vokals O deine Bauchorgane massiert und angeregt.

U = steht für deinen Unterleib (1. Chakra, Wurzelchakra). Dieser Ton wirkt beruhigend und krampflösend. Vor allem im Bereich deines Unterleibs. Aber auch deine Verdauungsorgane profitieren davon.

Und hier noch ein Extra-Tipp von mir

Wenn du mal nicht so gut drauf bist, dann töne ein E mehrmals hintereinander.  Wieso ausgerechnet das E? Ganz einfach. Probiere es mal aus. Und du wirst feststellen, dass sich beim E-Tönen deine Mundwinkel deinen Ohren annähern. Im Klartext: Du grinst dabei! Und dies wirkt sich positiv auf deine Stimmung aus.

Und noch was: Falls du dir beim Tönen doof vorkommen solltest (was ich zwar nicht hoffe, aber ja sein könnte), dann töne im Auto. Dort sieht und hört dich keiner. Du kannst tönen auf dem Weg zur Arbeit. Und ebenso wieder auf dem Rückweg. Wäre doch ein schönes Ritual, oder?

Ich würde mich wieder sehr freuen, wenn du mir berichtest, was Tönen bei dir bewirkt.

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