Silvia Berft

Mehr Leben durch weniger Stress

Emotionale Triggerpunkte

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Der Begriff „Trigger“ kommt aus dem Englischen. Übersetzt heißt es eigentlich nur „Auslöser“.

In Kontakt mit diesem Begriff kam ich zum ersten Mal beim Physiotherapeut. Dort versteht man unter „Trigger“ Myogelosen. Manchmal auch Myofasziales Schmerzsyndrom genannt.

Was sind Triggerpunkte?

Triggerpunkte sind also Muskelverhärtungen. Das sind wie Knötchen im Muskelstrang. Und diese sind sehr druckempfindlich. Wenn du draufdrückst, tut es weh. Ganz einfach.

Triggerpunkte strahlen aus. Es muss demgemäß nicht unbedingt dort weh tun, wo sie sitzen. Meist liegt auch eine starke Übersäuerung des Gewebes vor. Ebenso ein starker Sauerstoffmangel in eben diesem Gebiet. Es kommt zu schmerzhaften Einschränkungen des betroffenen Muskels. Und du hast über 600 Muskeln in deinem Körper. Also ist bestimmt immer mindestens einer betroffen. Auch Symptome wie Schwäche, Taubheit, Steifheit, Kribbeln u.ä. sind möglich.

Ursachen für Triggerpunkte

Die Ursachen für Triggerpunkte sind sehr vielfältig. Die Kernaussage ist jedoch einfach: Es ist eine Form von Überbelastung. Egal ob bei der Arbeit, beim Sport oder in der Freizeit. Hier ein paar Beispiele:

  • Einseitige Bewegungen, chronische Fehlhaltungen
  • Überbelastung im Sport
  • Verletzungen des Bewegungsapparates wie Knochenbrüche, Zerrungen, Verstauchungen, OP´s etc.
  • Schlechte Arbeitsplatzergonomie

Weitere Gründe können jedoch auch sein:

  • Bewegungsmangel
  • Psychische Belastungen, Stress, Ängste etc.
  • Übersäuerung

Behandlung der Triggerpunkte

Um Triggerpunkte erfolgreich behandeln zu können, müssen diese zuerst exakt lokalisiert werden. Danach können sie aufgelöst werden. Hierzu wird manueller Druck angewendet. Meist kannst du schon nach der ersten Anwendung eine Verbesserung spüren. Und deine Druckempfindlichkeit empfindest du mit jeder weiteren Behandlung als immer weniger schmerzhaft.

Was aber sind nun emotionale Triggerpunkte?

Gemäß Kaluza könnte man sie auch als stressverstärkende Denkmuster betrachten. Emotionale Triggerpunkte sind demgemäß „wunde Punkte, auf die jemand seinen Finger legt“.

Und alle diese „wunden Punkte“ lassen sich im Endeffekt auf fünf Kernthemen reduzieren. Und zwar folgende:

  1. Ich muss perfekt sein!
  2. Ich muss beliebt sein!
  3. Ich muss unabhängig sein!
  4. Ich muss die Kontrolle behalten!
  5. Ich muss durchhalten!

Ein praktisches Beispiel

Um die Zusammenhänge zu verdeutlichen, hier nun ein Beispiel:

Stell dir vor, du sollst für ein Fest einen Kuchen backen. Vielleicht zum Sommerfest der Schule deines Kindes. Oder für die Weihnachtsfeier deiner Firma. Egal.

Okay, du suchst dir dein Lieblingsrezept heraus. Du möchtest einen besonders tollen Kuchen backen. Denn du möchtest allen zeigen, wie gut du backen kannst. Du möchtest perfekt sein.

Du musstest dich zwar abhetzen und Pläne ändern, um den Kuchen zu backen. Aber du wolltest nicht „Nein“ sagen. Wie hätte das denn ausgesehen? Du möchtest dich ja nicht unbeliebt machen.

Dann bringst du voller Stolz deinen Kuchen zum Kuchenbüffet und der gleiche Kuchen steht schon dort. Nur viel schöner in deinen Augen. Dein Kuchen fühlt sich auf einmal unperfekt an. DU bist unperfekt. Alle werden wahrscheinlich zuerst den anderen Kuchen essen. Und von deinem wird viel übrigbleiben. Denn die, die den anderen gebacken hat, die können eh alle viel besser leiden als dich. Das merkst du schon daran, dass keiner kommt, um dir den Kuchen abzunehmen. Du fühlst dich deprimiert. Der Tag ist gelaufen.

Stimmt das wirklich alles?

Wenn du nun in dieser Stimmung verweilst, ist der Tag tatsächlich gelaufen. Aber es gibt Möglichkeiten, diesen Tag noch zu retten.

„Hinterfragen“ – das ist das große Zauberwort.

Alles, was sich in diesem Moment in deinem Kopf abgespielt hat, sind Vermutungen.

Aber sind sie auch wahr?

  • Woher weißt du das so genau?
  • Gibt es dafür realistische Beweise?

Könntest du es auch anders sehen?

  • Ziehst du vielleicht voreilige Schlussfolgerungen?
  • Übertreibst du nicht etwas dabei?
  • Woher weißt du, dass es tatsächlich so kommen wird?
  • Könnte es auch anders sein? Und wenn ja, wie?

Hilft dir dieses negative Denken?

  • Ist es wirklich so schlimm, wie du gerade denkst?
  • Tut es dir gut, so zu denken? Wem schadet es?
  • Was ist, wenn es wirklich so eintritt, wie du befürchtest?

Hinterfragen des Beispiels

Deine negativen Gedanken waren:

  • Dein Kuchen ist schlechter als der andere.
  • Keiner mag deinen Kuchen.
  • Keiner mag dich.

Um beurteilen zu können, ob der andere Kuchen besser ist als deiner, müsstest du ihn zuerst mal probieren. Und außerdem, du weißt doch: Die Geschmäcker sind unterschiedlich. Was dir gut schmeckt, muss dem Anderen noch lange nicht gut schmecken.

Der andere Kuchen wird tatsächlich zuerst gegessen? Na und. Dann hast du auch noch von deinem leckeren Kuchen für zuhause was übrig. Außerdem stand der andere Kuchen ganz vorne und deiner ganz hinten. Der andere wurde zuerst angeschnitten, deiner erst danach. Es kann tausend Gründe dafür geben, warum der andere Kuchen zuerst gegessen wurde. Und alle müssen nichts mit dir und deinem Kuchen direkt zu tun haben.

Aber genau so gut könnte es auch passieren, dass dein Kuchen zuerst gegessen wird. Und dann? Müsste sich die andere Bäckerin dann die gleichen negativen Gedanken machen wie du?

Es ist keiner gekommen, um dir den Kuchen abzunehmen? Wahrscheinlich waren alle vollauf beschäftigt mit Aufbauen und Richten. Vielleicht haben sie dich in dem Moment auch einfach nicht gesehen. Die Welt dreht sich nicht nur um dich. Aber du kannst auf dich aufmerksam machen. Zum Beispiel mit einem fröhlichen „Hallo“. Denn ich vertrete die Meinung: So wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus.

Eins zu eins übersetzen

Dieses Beispiel kannst du auf viele ähnliche Situationen übertragen: egal ob auf der Arbeit, in der Freizeit oder im familiären Bereich.

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