Silvia Berft

Körper, Geist & Seele in Balance

Stress in seiner Gesamtheit erkennen

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Es gibt verschiedene Ursachen von Stress. Hier erfährst du, wie du diese erkennen kannst und was sie in deinem Körper bewirken. Und warum eine Stressreaktion auch hilfreich sein kann.

Ursachen von Stress

Es gibt ihn nicht: DEN Stress. Stress ist immer individuell. Stress bedeutet, dass die Herausforderung größer ist als die vorhandenen Möglichkeiten, damit umzugehen.

Was den einen stresst, das ist für den anderen noch lange kein Problem. Und umgekehrt. Jeder hat seine eigenen Stressoren. Einer meiner Stressoren ist beispielsweise das Autofahren. Nicht das Autofahren an sich, sondern viel Verkehr, mehrspurige Autobahnen und schlechte Parkplätze. Das macht mich nervös.

Es gibt jedoch allgemeine Punkte, die viele Menschen in Stress versetzten, sogenannte Stressoren. Diese werden in drei Bereiche unterteilt:

  • Körperliche Stressoren: wie Lärm, Hitze, Kälte, Hunger, Krankheit …
  • Psychische Stressoren: wie Überforderung, Versagensängste, Verlustängste, Zeitmangel, Kontrollverlust, perfektionistische Anforderungen an sich selbst …
  • Soziale Stressoren: wie ungelöste Konflikte, Trennung / Scheidung von Partner, Tod eines nahen Angehörigen, Arbeitsplatzverlust …

Wenn du nun deinen eigenen Stressoren begegnest, ist es wichtig, dass dir genügend Ressourcen, sogenannte Kraftquellen zur Verfügung stehen. Und dass du über eine gute Resilienz, deine psychische Widerstandskraft, verfügst.  Lies dazu auch meinen Artikel Entdecke und nutze deine innere Kraft.

Woran du Stress erkennst

Kleine Stressspitzen sind für deinen Körper und deinen Geist eher ein Ansporn. Wenn der Stress jedoch zu einer dauerhaften Einrichtung wird, zeigen sich bald die ersten Symptome. Diese werden in vier Gruppen unterteilt:

  • Kognitive Symptome: wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Gedankenkreisen, Blackout, negatives Denken …
  • Vegetative Symptome: Tränen, Schwitzen, weiche Knie, Herzklopfen, Engegefühl in der Brust, Übelkeit, Kloß im Hals …
  • Emotionale Symptome: Nervosität, Angst / Panik, Ärger, Gereiztheit, Wut …
  • Muskuläre Symptome: Zittern, Zähneknirschen, Kopf- und Rückenschmerzen, Fingertrommeln, Faust ballen …
  • Verhaltensbezogene Symptome: unkoordiniertes Arbeiten, Leistungsverlust, gehäufte Fehler, herumschreien, mit Dingen um sich werfen …

Wenn dir also bewusstwird, dass mehrere dieser Symptome bei dir zutreffen, dann solltest du dir über deine Situation Gedanken machen.

Natürlich können all diese Symptome auch in akuten Situationen vorkommen. Dann sind sie jedoch nicht von Dauer und lösen sich sofort nach Beendigung der Stresssituation wieder auf.

Bitte bedenke auch, dass es natürlich auch andere Ursachen für deine Symptome geben kann. Doch wenn ärztlicherseits keine körperlichen Ursachen zu ergründen sind, dann liegt die Vermutung nahe, dass es sich hier um Stresssymptome handelt.

Die Auswirkungen von Stress

Wenn du nun unter Dauerstress stehst, dann wird es nicht bei diesen Symptomen bleiben. Außer natürlich, du sorgst für einen entsprechenden Ausgleich mit Entspannungs- und Stressbewältigungsmethoden.

Wenn nicht, dann kann es zu folgenden typischen Erkrankungen kommen:

  1. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz- bzw. Hirninfarkt etc.
  2. Kopf- und Rückenschmerzen aufgrund chronischer Muskelverspannungen
  3. Infektionskrankheiten und Krebs aufgrund Verschlechterung deines Immunsystems
  4. Stoffwechselveränderungen wie erhöhter Cholesterin und Blutzucker (Diabetes)
  5. Veränderungen des Verdauungssystems wie Appetitlosigkeit oder Heißhunger, Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme, Magen-/Darmgeschwüre
  6. Entwicklung von Psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Ängsten, Burnout.

Um diesen Erkrankungen vorzubeugen, solltest du dich bereits präventiv orientieren. Dies können kleine Auszeiten sein in Form von Lesen, Spazierengehen, im Verein Sport machen oder einfach nur gemütlich auf der Couch liegen. Du kannst auch an Entspannungskursen teilnehmen wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga. Mehr Infos dazu findest du in meinem Artikel Stress abbauen – aber wie?.

Warum dein Körper so reagiert

Im nachfolgenden Video kannst du dir anschauen, warum und wie dein Körper auf Stress reagiert.

 

Dein vegetative Nervensystem besteht also aus dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Sie wirken im Körper grundsätzlich als Gegenspieler.

Kurz gesagt: der Sympathikus ist aktiv bei Anspannung, der Parasympathikus bei Entspannung.

Wie bei der Begegnung mit dem Säbelzahntiger gibt es eine kurzfristige Stressreaktion, nämlich die Flucht oder der Kampf. Würde hier deine Stressreaktion nicht einsetzen, hättest du keine Chance gegen den Tiger.

Nach erfolgreicher Flucht oder erfolgreichem Kampf folgt die Erholung am Lagerfeuer. Unsere Stresshormone werden aufgelöst.

Wenn du nun in deinem Alltag ständig Stress ausgesetzt bist und nicht ausreichend Zeit zum Erholen hast, können z.B. diese Stresshormone nicht abgebaut werden. Wenn dies nun über eine längere Zeit so geht, können bestimmte Krankheitsbilden entstehen. Hier ein paar Beispiele: Herzprobleme, Bluthochdruck, Kopf-/Rückenschmerzen, psychische Störungen wie Angst- oder Paniksymptome.

Aus diesem Grund ist es so wichtig, für Ausgleich zu sorgen.

Ich hoffe, dass ich dir ein paar interessante Infos zu deiner Stressreaktion liefern konnte. Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüsse, Silvia

2 Kommentare

  1. Hallo Silvia und erstmal vorab: Toller Blog, tolles Thema! Danke dafür. Hast du auch Tipps wie man die notwendige Entspannung in kurzer Zeit herstellen kann? Ich stehe eigentlich permanent unter Stress und es fällt mir sehr schwer, mir Auszeiten zu nehmen. Vor allem, weil ja immer etwas liegenbleibt, das dann noch zusätzlichen Stress macht.

    Liebe Grüße
    Anna

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