Silvia Berft

Mehr Leben durch weniger Stress

„Wenn ich DAS schon vorher gewusst hätte …“

| 5 Kommentare

Die liebe Claudia Kauscheder hat zu einer Blogparade aufgerufen. Thema ist „wenn ich DAS schon vorher gewusst hätte …“. Und zwar in Bezug auf meine Selbständigkeit bzw. das Arbeiten im Home-Office.

Nun ja, selbständig bin ich inzwischen schon seit fast zehn Jahren. So richtig im Home-Office bin ich aber erst seit Beginn dieses Jahres.

Wie alles begann

Aber ich werde erstmal etwas ausholen. Von Ursprungsberuf bin ich Betriebswirtin. Werde ich auch immer sein. Aber es hat mich nicht ganz ausgefüllt. Also habe ich danach gesucht, was denn diese leere Stelle besetzen könnte. Ich fand sie in der Ausbildung zur Heilpraktikerin.

2008 habe ich dann meine Naturheilpraxis eröffnet. Während dieser Zeit bin ich sehr vielen interessanten Menschen begegnet. Ich fand auch recht schnell eine gute Arzthelferin, die mich unterstützte. Wir waren ein gutes Team. In den ersten Jahren lief auch alles gut. Doch irgendwann merkte ich, dass das nicht hundertprozentig das war, was ich wollte.

Aber was wollte ich?

Eigentlich wollte ich noch zusätzlich Yogalehrerin werden. Auf Nachfrage wurde mir beim DRK stattdessen die Ausbildung zum Entspannungstrainer angeboten. Da ich das auch interessant fand, und diese Ausbildung vom DRK bezahlt wurde, sagte ich zu. Und da mir das so gut gefiel, machte ich danach auch noch die Ausbildung zum Stressreduktionscoach.

Und da ich ein allseits neugieriger Mensch bin, machte ich parallel dazu auch gleich noch eine Fernausbildung zum Ernährungs- und Diätberater.

Ich gab nun also Kurse für das DRK in Autogenem Training und Progressiver Muskelentspannung. Aber die Yogalehrerin spukte mir immer noch im Kopf herum. Immer wieder schaute ich im Internet nach, was es an Angeboten gab. Aber es war nie das richtige dabei. Bis ich auf Seite von Marion Grimm-Rautenberg kam. Schwupps, Kontakt aufgenommen. Erstes Treffen. Passte. Also habe ich meine Ausbildung dort begonnen. Und schon kurz darauf bekam ich die ersten Kursanfragen. Die Anfragen wurden immer mehr. Zum Schluss hielt ich Kurse in vier verschiedenen Räumlichkeiten. Alle angemietet. Und immer musste ich alles mitschleppen. Manchmal kam ich mir vor wie ein Packesel.

Eigener Seminarraum

Deswegen entschlossen wir uns, dass Dachgeschoss zu einem Seminarraum auszubauen. Kaum gedacht, schon ging es los. Die ersten Kurse konnten bereits zu Beginn 2014 in den neuen Räumlichkeiten starten. Alleine die Atmosphäre dieses Kursraumes bringt die Menschen schon dazu, zu entspannen. Ich selbst bedauere es nur, dass ich keine geraden Wände habe. Mit Stehen ist hier also leider nicht viel. Aber ich bin ja kreativ.

Beginn meines Studiums

Nun war es aber so, dass ich meine Yogakurse gerne zertifiziert hätte. Betriebswirtin ist kein medizinischer Beruf. Der Heilpraktiker wird von den Krankenkassen nicht anerkannt. Was sollte bzw. konnte ich nun tun? Ich begann ein duales Studium in Saarbrücken. Ziel war der Bachelor in Ernährungsberatung. Ende 2014 war auch das geschafft. Ich konnte also meine Yogakurse zertifizieren lassen. Leider nicht meine Kurse in Autogenem Training und Progressiver Muskelentspannung.

Ernährungsberatung war ja für mich nichts Neues. Darin hatte ich ja schon eine gute Ausbildung. Aber auch hier konnte ich mich nicht durch die DGE zertifizieren lassen. Trotz meiner vielen Ausbildungen wurde dies nicht anerkannt. Ich hätte noch viiiiel Zeit und vor allem Geld investieren müssen. Und das war mir die Sache einfach nicht wert. Ich wollte ja keine klassische Ernährungsberaterin werden.

Zweite Yoga-Ausbildung

Da die Yoga-Kurse so gut liefen, beschloss ich, noch eine zweite Yogaausbildung zu machen. Diese absolvierte ich bei Roselyne Colin in Königstein im Taunus. Mein Wissen und meine Technik konnte ich dort um einiges vergrößern. Aber ich stieß auch an meine Grenzen. Dort musste ich mir selbst eingestehen, dass ich einfach nicht so beweglich war, wie ich es gerne gewesen wäre. Also musste wieder umgedacht werden. Denn inzwischen war ich bei zwölf Kursen die Woche angekommen. Davon alleine zehn Yogakurse.

Nochmal studieren

Also ging ich wieder auf die Uni. Dieses Mal war der Master in Prävention und Gesundheitsmanagement das Ziel. Als Schwerpunkte wählte ich Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und Stressmanagement. BGM ist ein sehr interessantes Gebiet. Wie ich dann aber feststellen musste: nicht meins! Inzwischen schreibe ich meine Masterarbeit mit Schwerpunkt Stressmanagement. Genau mein Ding!

Die Erleuchtung

Und während meines Masterstudiums kann mir nun endlich die Erleuchtung. Alle meine Ausbildungen die ich gemacht hatte, waren wichtig. Sie waren meine Puzzleteile. Aber erst jetzt war ich in der Lage sie zusammenzusetzen. Nun ergaben sie endlich ein Bild. Ich hatte sehr, sehr lange dafür gebraucht. Ich habe endlich begonnen, auf mich selbst zu hören. Was ich tatsächlich möchte. Was ich will. Und was ich bin. Und aus diesem Grund bin ich nun auch zum überwiegenden Teil im Home-Office gelandet. Um ganz viel zu schreiben. Und um über meine Online-Kurse Menschen zu erreichen, die Unterstützung auf ihrem Weg möchten.

Und ab dem nächsten Jahr wird es für mich fast nur noch Home-Office geben. Denn das ist das, was ich will!

Ich möchte Menschen dabei helfen, wieder leichter und ausgeglichener durchs Leben zu gehen. Ich habe einen langen Weg hinter mir, aber ich bin endlich angekommen. Und dazu möchte ich auch anderen Menschen verhelfen. Das ist meine Leidenschaft. Menschen zu entspannen: körperlich und seelisch.

Wenn ich das alles schon vorher gewusst hätte …

… hätte ich bestimmt so manches anders gemacht. Aber auf der anderen Seite denke ich, dass ich nur durch diese Erfahrungen zu dem geworden bin, was ich heute bin.

Es gibt nur eine Sache, die ich hundertprozentig anders gemacht hätte: ich hätte mir vor dem Ausbau des Dachgeschosses einen Architekten gesucht. Wahrscheinlich wäre dann das Dach nie ausgebaut worden. Vielleicht hätte ich mir stattdessen damals schon ein Seminarhaus gekauft. So steht es halt immer noch auf meiner Ziele-Liste. Aber was wäre ich ohne meine Ziele. 😊

 

Eigentlich wollte ich ja schreiben, was ich alles anders gemacht hätte. Und zum Schluss ist etwas ganz anderes dabei herausgekommen. Diesen Artikel zu schreiben, war sehr interessant und vor allem aufschlussreich für mich selbst. Ich danke Claudia für diese Blogparade. Wenn ich nicht daran teilgenommen hätte, wäre ich wahrscheinlich immer noch der Meinung, dass ich vieles hätte anders machen sollen.

5 Kommentare

  1. Hallo Silvia,

    was für ein spannender Weg! Sehr berührend finde ich deine Erkenntnis, wie alle die verschiedenen Stationen dazu beigetragen haben, die Puzzlesteine zusammensetzen zu können.

    Ich erlebe es sehr häufig, dass man scheinbare Umwege geht, aber irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo sich ein übergreifendes Bild ergibt. Manchmal kommt es mir vor wie ein Entwicklungsgesetz. Doch dorthin zu gelangen, kann manchmal recht anstrengend sein:-). Umso schöner ist es dann, wenn die Zusammenhänge deutlich werden. Ich freue mich sehr, dass das für dich der Fall ist und wünsche dir viel Freude auf deinem weiteren Weg!

    Herzliche Grüße
    Monika

    • Liebe Monika,

      vielen Dank für deine liebevollen Worte. Wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel! Und ich bin mir ganz sicher, dass ich noch viele interessante Wege beschreiten werde. Und du hast recht: es kann schon ganz schön anstrengend sein. Aber ich habe festgestellt, bis jetzt hat es sich immer gelohnt. 🙂

      Liebe Grüsse, Silvia

  2. Liebe Silvia,

    was für eine spannende Reise auch du hinter dir hast! Wunderbar, wie sich die Puzzle-Teile ergänzt haben … so ähnlich ist es mir ja auch gegangen und diese Blogparade zeigt bei so vielen Menschen, dass sie ihren Weg gehen, um ans Ziel zu kommen!

    Liebe Grüße,
    Claudia

    • Liebe Claudia,

      ja, der Weg ist sehr spannend. Und wer weiß, ob diese Reise jemals zu Ende geht. Muss sie ja aber auch nicht. 😉

      Interessant, dass du auch ähnliche Erfahrungen gemacht hast.

      Liebe Grüsse, Silvia

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