Mit Mindmaps stressfrei strukturieren und organisieren

Was bedeutet Mindmapping?

Mindmapping ist eine etwas andere Methode, um sich Notizen zu machen. Sie weicht jedoch stark von der herkömmlichen ab.

Wenn du dir Notizen machst, dann geht es dir wahrschein genauso, wie es mir früher gegangen ist: Ich habe beispielsweise bei einem Vortrag fast jedes Wort mitgeschrieben. Dies hatte zur Folge, dass ich so sehr mit Schreiben beschäftigt war, dass ich kaum etwas Anderes mitbekommen hatte. Mir gingen dadurch sehr viele Zusammenhänge verloren.

Und das Schlimmste daran war, dass ich nie wieder in diese Mitschriften hineingeschaut habe. Ich hatte mir also sehr viel Mühe gemacht, alles mitzuschreiben und das Ergebnis war gleich Null. Schon etwas frustrierend.

Und hier setzt nun das Mindmapping an.

Beim Denken geht es sehr chaotisch und verwirrend in unserem Gehirn zu. Deine Gedanken folgen demgemäß keinen logischen Weg, sondern sie stürmen auf dich zu. Sie hüpfen hin und her, probieren verschiedenen Wege aus, landen mal da und mal dort.

Deine herkömmliche Notizmethode, Satz für Satz aufzuschreiben, ist demgemäß für dein Gehirn völlig unnatürlich. Es wird eingeengt und kann somit nicht mehr so viele Ideen produzieren.

Mit einem Mindmap hast du es viel einfacher. Im Mindmap kannst du mit deinen Gedanken springen. Du hast die Möglichkeit, überall etwas hinzuzufügen. Du bist nicht auf einen linearen Prozess beschränkt, sondern kannst dich frei entfalten.

Du kannst zum Beispiel ein Mindmap während eines Vortrages erstellen. Dabei ist es ganz egal, wann die für dich relevanten Punkte angesprochen werden. Denn du kannst sie in deinem Mindmap jederzeit beliebig einfügen, wo es für dich passend ist. Oder sie miteinander verbinden. Diese Möglichkeit hast du bei einer linearen Aufzeichnung nicht.

Der Vorteil des Mindmaps besteht darin, dass du eine gut strukturierte Übersicht hast, auf der alles Relevante vermerkt ist. Und das Ganze für dich dadurch klarer wird. Und du auch viel schneller wieder auf die Informationen zurückgreifen kannst.

Welchen Nutzen hat ein Mindmap?

Ein paar Vorteile habe ich oben schon einfließen lassen. Zur besseren Übersicht findest du hier nochmals alle Vorteile zusammengefasst:

  • Ein Mindmap verbessert dein Gedächtnis. Du kannst dich dadurch besser erinnern und leichter lernen.
  • Ein Mindmap ist zeitsparend, da du nicht mehr so viele Wörter aufschreiben musst. Und du kannst dich mehr auf das Gesagte konzentrieren.
  • In einem Mindmap kannst du deine Gedanken zu Papier bringen und dir somit einen ersten Überblick verschaffen. Und Raum in deinem Kopf schaffen für neue Ideen.
  • Du kannst deine Gedanken strukturierter und logischer notieren. Und zwar völlig unabhängig von der zeitlichen Reihenfolge des Gesagten. Und du musst keinem linearen Prozess folgen.
  • Du kannst jederzeit etwas hinzufügen oder Sachen miteinander verbinden.
  • Durch das Erstellen eines Mindmaps können deine Ideen ungehindert fließen. Ein Wort ergibt das nächste. Deine Mindmap wächst und wächst. Und mit ihr deine Kreativität.
  • Du kannst ein Mindmap alleine erstellen als auch mit mehreren. Es ist wie ein Brainstorming, welches du jedoch sofort strukturiert darstellen kannst.
  • Am Ende hast du eine gut strukturierte Übersicht. Diese kannst du beispielsweise als Nachschlagewerk nutzen. Oder als gedankliche Vorlage für dein weiteres Tun.
  • Mindmapping macht Spaß!

Der größte Nutzen eines Mindmaps besteht darin, dass du dir über das Projekt einen guten Überblick verschaffen kannst. Du findest damit viel leichter das, was du suchst. Und du erzielst damit Resultate. Anhand dessen kannst du beispielsweise bei einem Projekt entscheiden, wie es weitergeht: Weiterverfolgen oder auf Eis legen.

Hier noch ein kleiner Überblick, wo du Mindmapping überall einsetzen kannst:

  • Zum Zusammenfassen: zum Beispiel von einer Fortbildung, einem Seminar, einem Fachbuch …
  • Zur Planung: von Projekten, von Veranstaltungen (bspw. Weihnachts-, Jubiläumsfeier, Tag der offenen Tür)
  • Zum Notieren: bei Besprechungen, Diskussionsrunden …
  • Um eine Lösung für ein Problem zu finden.
  • Wenn eine strukturierte Gliederung benötigt wird.
  • Um deine Kreativität fließen zu lassen und um neue Ideen zu finden.

Bestimmt findest du noch viele weitere Möglichkeiten, wo du Mindmapping einsetzen kannst.

Und sei dir von vorneherein bewusst: Kein Mindmap ähnelt dem anderen. Jedes Mindmap ist individuell. Hierbei ist es ganz egal, ob beispielsweise der gleiche Ausgangspunkt vorliegt oder das Gleiche beschrieben wird. Zwei verschiedenen Menschen werden nie das gleiche Mindmap haben. Und auch du selbst wirst immer wieder verschiedenen Wege finden.

Wie erstellst du ein Mindmap?

Ein Mindmap kannst du entweder per Hand oder digital erstellen.

Ich bevorzuge es, meine Mindmaps per Hand auf einem Block zu zeichnen. Meist DIN A4, denn da habe ich ausreichend Platz. Für meine Masterarbeit hatte ich letztes Jahr ein Mindmap gemacht. Dazu hatte ich jedes Schlüsselwort auf einen kleinen Klebezettel geschrieben und diese dann entsprechend an die Tür geklebt. Da hatte ich einfach mehr Platz gebraucht. 😉

Per Hand bin ich irgendwie kreativer. Ich habe zwar auch ein Tablet, auf dem ich zeichnen kann, aber dies nutze ich eher weniger.

Um ein Mindmap zu erstellen, ist es hilfreich, sich auf sogenannte „Schlüsselwörter“ zu konzentrieren. Dies sind Wörter, die bestimmte Erinnerungen oder Assoziationen bei dir hervorrufen. Meistens sind es Substantive (Hauptwörter). Du kannst es aber jederzeit um Verben (Tätigkeitswörter) oder Adjektive (Eigenschaftswörter) ergänzen. Eins meiner Schlüsselwörter bei einem Vortrag wäre beispielsweise „Entspannungstechniken“. Dabei denke ich direkt an aktive und passive Entspannungstechniken und welche alle darunterfallen. Es ist für mich ein Oberbegriff, zu dem ich ganz viel sagen kann.

Wenn du dir Notizen machst, musst du jedoch nicht bei der sprachlichen Variante bleiben. Du kannst auch mit Farben, Symbolen und Bildern arbeiten. Je nachdem, wie kreativ du bist.

Aber wie erstellst du nun dein Mindmap?

  1. Schreibe deinen zentralen Begriff bzw. deine Idee in die Mitte deines Blattes. Wenn du möchtest, kannst du auch einen Kreis drumherum machen. Ich nehme mein Blatt dabei immer quer, denn damit kann ich besser arbeiten.
  2. Beginne von dort aus zu verästeln. Du lässt im Prinzip von deinem zentralen Wort Linien abgehen. Dabei kannst du entweder auf die Linie oder an deren Ende einen Oberbegriff hinschreiben. Du kannst so viele Linien ziehen wie du möchtest.
  3. Im nächsten Schritt kannst du von deinen Linien weitere Zweige abgehen lassen, d.h. du gehst weiter in die Tiefe. So wird dein Mindmap immer detaillierter.
  4. Wenn du beispielsweise Mindmapping nutzt, um neue Ideen zu erstellen, dann kannst du zuerst kreativ alles aufschreiben, was dir einfällt. In einem zweiten Schritt kannst du in einem weiteren Mindmap einen deiner Oberbegriffe als zentralen Begriff verwenden und dort aus weiterarbeiten. Es gibt keine Grenzen.
  5. Du kannst dein Mindmap jederzeit verändern, indem du etwas ergänzt, bebilderst, Dinge miteinander verbindest. Und sogar dein Mindmap völlig neu erstellen.

Einfaches Beispiel für ein Linienmodell:

Einfaches Beispiel für ein Blasenmodell:

Du kannst dein fertiges Mindmap als Gedächtnisstütze benutzen. Es eignet sich aber auch gut als Vorlage für lineare Ausarbeitungen zu einem späteren Zeitpunkt.

7 Tipps für ein effektives Mindmap

In einem Mindmap kannst du deine Gedanken festhalten. Aber du kannst so Vieles mehr daraus machen. Folgende Tipps helfen dir dabei, dein Mindmap optimal zu erstellen:

Tipp 1: Benutze ein weißes Blatt Papier

Um deiner Kreativität freien Lauf lassen zu können, ist es besser, ein weißes Blatt Papier zu benutzen. Weder kariert, noch liniert. Das Gleiche gilt bei der digitalen Verwendung.

Dadurch wirst du durch nichts abgelenkt. Es gibt keine vorgegebenen Normen, du kannst also schreiben, malen, zeichnen wie du möchtest.

Tipp 2: Beginne in der Mitte des Blattes

Schreibe dein zentrales Wort in die Mitte deines Blattes. Denke auch daran, das Blatt quer zu nehmen.

Von der Mitte aus kannst du nun nach allen Richtungen weiterarbeiten, so wie es dir beliebt.

Wichtig ist auch, das Blatt beim Schreiben nicht zu drehen. Denn du möchtest das Ganze ja zum Schluss auf einen Blick überschauen können und nicht erst anfangen müssen, das Blatt hin und her zu drehen.

Tipp 3: Schreibe in Druckbuchstaben

Druckbuchstaben machen das Ganze leichter lesbar.

Indem du deine Schlüsselwörter sowie weitere wichtige Wörter in GROSSBUCHSTABEN schreibst, wird das Ganze nochmals übersichtlicher. Den Rest kannst du gerne in Kleinbuchstaben schreiben.

Tipp 4: Benutze Schlag- bzw. Schlüsselwörter

Schreibe keine Sätze in dein Mindmap. Konzentriere dich auf bestimmte Schlag- bzw. Schlüsselwörter.

Diese kannst du gegebenfalls mit zusätzlichen Wörtern ergänzen. Denke hier auch wieder an die Groß- und Kleinbuchstaben, um das Wichtige hervorzuheben.

Tipp 5: Arbeite mit Farben

Um das Ganze noch ansprechender zu gestalten, kannst du verschiedene Farben benutzen. Vor allem zum Malen und Zeichnen.

Du kannst aber damit auch die Zusammengehörigkeit von verschiedenen Schlüsselwörtern aufzeigen. Du kannst verschiedene Bereiche hervorheben oder sie durch verschiedene Farben voneinander unterscheiden. Auch hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Tipp 6: Zeichne Symbole und Bilder

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Sie sind schnell gemalt und sie brauchen weniger Platz. Und du kannst dein Mindmap dadurch auflockern.

Durch Symbole und Bilder wird dein Mindmap überschaubarer. Und es macht mehr Spaß, mit diesen Möglichkeiten Mindmaps anzufertigen.

Du kannst dabei eigene Symbole entwickeln, du kannst aber auch genauso gut gängige verwenden wie Telefon, Wolke, Geschenk, Haus, Auto …

Tipp 7: Habe keine Hemmungen

Wichtig ist, dass du nicht danach strebst, ein perfektes Mindmap zu erstellen. Das Mindmap ist für dich ein reines Hilfsmittel.

Es ist demgemäß völlig egal, ob beispielsweise deine Bilder schön sind oder nicht. Ausschlaggebend ist, dass du damit etwas anfangen kannst.

Also, keine Ausrede: Ran an das Mindmapping.

Mindmapping ist erst der Anfang

Mindmapping hilft dir dabei, deine kreativen, analytischen sowie logischen Fähigkeiten zu entdecken. Es ist deine gedankliche Vorarbeit, auf die dann die eigentlichen Taten folgen. Deswegen ist Mindmapping nicht der Abschluss, sondern erst der Anfang.

Du kannst so viel daraus machen. Du kannst deine vielen Ideen und Aufgaben strukturieren. Und du kannst alle Teile beliebig miteinander verbinden. Du kannst deine Mindmaps immer wieder aktualisieren, ergänzen, verändern. Wichtig dabei ist, dass das Mindmap immer deinem Zweck dient.

Mindmapping beruflich einsetzen

Mindmaps kannst du überall einsetzen: sowohl beruflich als auch privat. Wichtig ist, es immer und immer wieder zu üben. So bekommst du eine gewisse Routine, erarbeitest dir Schlüsselwörter und findest für dich gängige Symbole und Bilder.

Beruflich kannst du es sehr vielfältig einsetzen. Hier ein paar typische Möglichkeiten:

  • (Projekt-)Planung:

Das kann alles Mögliche sein: ob es nun ein größeres Projekt zusammen mit Kollegen ist oder ob die alleinige Planung der nächsten Weihnachtsfeier. Mit einem Mindmap kannst du (und deine Kollegen) dir einen ersten Überblick verschaffen: Was sind die ersten Schritte? Was muss alles berücksichtigt werden?

  • Vorbereitung:

Mindmapping kannst du gut nutzen, um beispielsweise Präsentationen vorzubereiten. Hier kannst du dir notieren, was alles in deine Präsentation hineingehört. Und dann kannst du das Ganze sinnvoll gliedern.

  • Veranschaulichung:

Wenn du beispielsweise eine Präsentation halten sollst, kannst du ein Mindmap auch gerne als Überblick für deine Teilnehmer nutzen. Du könntest zum Beispiel ein solches Mindmap mit dem Beamer an die Wand werfen und dann die einzelnen Punkte erläutern.

  • Zusammenfassung:

Wenn du in Meetings oder auf Fortbildungen und Seminaren bist, kannst du ein Mindmap dazu nutzen, dir währenddessen eine sinnvolle Zusammenfassung zu machen.

Du kannst damit auch schnell eine übersichtliche Zusammenfassung von einem längeren Text, bspw. einem Fachbuch, machen.

  • Übersicht:

Wie du ja inzwischen schon mehrfach gelesen hast, eignet sich ein Mindmap prima dafür, sich eine Übersicht zu verschaffen. Solch eine Übersicht kannst du dir auch in einem größeren Format machen wie z.B. auf Flipchart-Papier. Dies kannst du dann im Büro aufhängen und die Punkte abhaken, die bereits erledigt sind. Dann hast du immer einen Plan für deine Verlaufskontrolle.

  • Ideensammlung:

Du kannst auch dein Mindmap zum Brainstormen nutzen. Zum Beispiel wenn du für etwas nach einer Lösung suchst: Dein Chef möchte, dass du dir ein neues Ablagesystem überlegst. Oder dein Kunde möchte eine spezielle Lösung von dir.

  • Entscheidungen:

Wenn du eine Entscheidung treffen sollst, schwirren dir in dem Moment viele Gedanken durch den Kopf. Diese kannst du nun in einem Mindmap festhalten. Alles, was dafür oder dagegen spricht. Du kannst jederzeit wieder irgendwo anbauen, was hinzufügen, etwas hervorheben …

Dein Mindmap hilft dir nun dabei, die für dich passende Entscheidung zu treffen.

Wie du siehst, sind Mindmaps sehr vielseitig einsetzbar. Probiere es sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich aus. Und desto mehr Übung du hast, desto leichter fällt es dir.

Das besondere Mindmapping

Eine besondere Art des Mindmappings habe ich vor vielen Jahren aus einem Buch von Barbara Sher gelernt. Diese Methode hat mir schon sehr oft weitergeholfen.

Sie nennt es „Rückwärts planen“. Hierbei ist das Ziel der Ausgangspunkt. Und dann beginnst du damit, rückwärts zu planen. Schritt für Schritt. Was müsste davor kommen? Und was wiederum davor? Solange, bis du bei deinem ersten Schritt angelangt bist, den du sofort umsetzen kannst.

Dies ist deutlich leichter, als vorwärts zu planen. Denn beim Vorwärtsplanen ist dein Ausgangspunkt der jetzige Stand und du planst nach vorne. Und oft passiert es, dass du dann mittendrin das Handtuch wirfst. Vielleicht weil du Schritte in die falsche Richtung gemacht hast oder sie haben sich als Zeitverschwendung herausgestellt. Oder weil das Ganze eher unkoordiniert war.

Probiere die Rückwärts-Technik einfach mal aus. Plane realistische Zwischenschritte. Und gehe soweit zurück, bis du dir sicher bist, dies wird dann dein nächster Schritt sein.

Hier noch zwei Fragen, die dir weiterhelfen, deinen ersten Schritt zu finden:

Frage 1: Kannst du dies heute oder morgen schon erledigen? Wenn ja, ist dies dein erster Schritt. Wenn nein, kommt Frage 2.

Frage 2: Was musst du noch vorher tun?

Diese beiden Fragen kannst du dir im Wechsel immer wieder stellen, bis du dir sicher bist, dass du auch wirklich bei deinem ersten Schritt angekommen bist. So kannst du dich Schritt für Schritt zum Anfang hangeln

Ich wünsche dir viel Spaß beim Erstellen deiner Mindmaps. Ja, ich habe extra das Plural gewählt. 😉

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Liebe Grüsse, Silvia

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