Deine Not-To-Do-Liste

Das Gegenteil von der Not-To-Do-Liste ist die To-Do-Liste. Viele haben To-Do-Listen, also was du alles erledigen sollst. Ich mag sie sehr. Sie helfen mir dabei, meine Gedanken zu sortieren und Prioritäten zu setzen.

Aber darum geht es heute nicht. Heute geht es um deine NOT-To-Do-Liste. Also um Dinge, die du NICHT tun sollst. Sie hilft dir dabei, dich auf die Dinge zu konzentrieren, die dir wirklich wichtig sind.

Du musst es nicht allen recht machen.

Vorher wolltest du vielleicht jedem gefallen. Hast dich extra dafür verbogen. Damit ist nun Schluss. Du bist du. Glaube mir, du hast keine Chance es jedem recht zu machen. Deswegen steht es auch ganz oben auf der Not-To-Do-Liste.

Viel wichtiger dabei ist, dass du authentisch bist. Dass die Menschen dich auch so erleben, wie du tatsächlich bist. Bestimmt hast du auch innere Werte, die dir wichtig sind. Bleibe ihnen treu. Werfe sie nicht über den Haufen, nur weil du es irgendjemandem recht machen möchtest. Sich zu verstellen wird nicht lange gutgehen. Entweder fällt es deinem Gegenüber auf oder du selbst fühlst dich überhaupt nicht mehr wohl in deiner Haut. Werde dir bewusst: So wie du bist, bist du genau richtig. Du musst nicht everybody´s Darling sein. Denn wie heißt es so schön: Everbody´s Darling is everbody´s Depp.

Du musst nicht immer JA sagen.

Bestimmt ist dir diese Situation auch vertraut: Du wirst etwas gefragt und du sagst Ja. Entweder ganz spontan, ohne groß darüber nachzudenken. Oder auch, weil du dich vielleicht gerade nicht traust, Nein zu sagen. Obwohl du es eigentlich viel lieber möchtest.

Lerne in kleinen Schritten Nein zu sagen. In meinem Blogartikel „10 Tipps wie du NEIN sagenkannst“ findest du Tipps, wie es dir leicht gelingt.

Verschiebe Herzensdinge nicht auf morgen.

Bestimmt hast du auch noch einige Dinge oder Wünsche, die du gerne machen würdest. Aber aus irgendwelchen Gründen verschiebst du es immer nach hinten. Auf morgen, nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr. Oder irgendwann. Dies ist dann die schlimmste Variante.

Wann ist es sinnvoll zu schieben?

Natürlich gibt es Dingen, bei denen ist es sinnvoll zu schieben. Das kann aus ganz verschiedenen Gründen sein.

Hier ein persönliches Beispiel:

Im Sommer 2018 haben mein Mann und ich beschlossen, dass wir uns im Frühjahr 2019 einen Welpen holen. Natürlich war die Versuchung groß, es gleich zu tun. Freund von uns holten sich beispielsweise im Januar einen Welpen und sagten uns, dass dort noch einer wäre. So, wie ich ihn gerne hätte. Wir könnten ihn doch noch holen. Aber ich habe abgelehnt. Mein Mann hätte wahrscheinlich zugestimmt, wenn ich dazu bereit gewesen wäre. Aber ich hatte meine Gründe.

Warum haben wir uns nicht im Sommer 2018 schon einen Welpen geholt? Unsere Überlegung war, dass im Jahr darauf unser zweiter Hund dann vier Jahre alt wird und demgemäß nicht mehr so viele Flausen im Kopf hat.

Warum erst im Sommer und nicht schon im Winter? Wenn du Hundebesitzer bist, dann weißt du, dass ein Welpe anfangs ständig nach draußen muss, um Pipi zu machen. Ich selbst bin extremst kälteempfindlich und tue mir auch schwer mit der Dunkelheit. Das alles wäre im Winter gegeben. Rufus ist im Mai bei uns eingezogen. Da war es hell und auch relativ warm. Da hat es mir nichts ausgemacht, ständig mit ihm rauszugehen.

Meine – unsere – Entscheidung war also absolut sinnvoll und praktisch.

Wann solltest du in die Umsetzung kommen?

Dann gibt es wiederum Dinge, die solltest du entweder gar nicht oder nicht allzu lange vor dir herschieben. Herzensdinge beispielsweise. Das können auch nur Kleinigkeiten sein. Gerade gestern hatte ich das dringende Bedürfnis, meinem Mann zu sagen, wie stolz ich auf ihn bin. Für mich war es wichtig, ihm dies schnellstmöglich mitzuteilen. Man weiß nie, was alles passiert.

Wir hatten in unserer Familie leider schon mehrfach den Fall, dass von heute auf morgen auf einmal alles vorbei war. Da kam es plötzlich kein Morgen mehr. Aber es ist wichtig, dass du dann vom Himmel aus, oder wo immer du auch sein magst, nach unten schauen und sagen kannst: Mein Leben war erfüllt und schön.

Deswegen meine Bitte: Erfülle dir möglichst viele Wünsche. Heute. Hier. Jetzt. Und wenn dies nicht möglich ist, dann aber möglichst zeitnah. Herzensdinge verschieben gehört also auf die Not-To-Do-Liste.

Ärgere dich nicht über Dinge, die du sowieso nicht ändern kannst.

Ich versuche grundsätzlich, mich nicht über Dinge aufzuregen, die ich sowieso nicht ändern kann. Zu meinem Mann sage ich dann: „Es ändert eh nichts. Das einzige, was ich davon bekomme, sind graue Haare.“ Und davon habe ich weiß Gott schon genug. 😉 Und damit sich das nicht noch weiter ausbreitet: Ab damit auf meine Not-To-Do-Liste.

In meinen Augen ist dies verschwendete Energie. Diese stecke ich lieber in Dinge, bei denen ich auch tatsächlich etwas bewirken kann.

Wenn du mehr über den Umgang mit Stress wissen möchtest, empfehle ich dir meinen 8-wöchigen betreuten Online-Kurs „Tschüss Stress!“ – nur für Frauen. Wir beginnen am Montag, den 23. September 2019.

Nimm dir nicht zu viel vor.

Das beste Beispiel hier ist deine To-Do-Liste – also mal wieder das Gegenteil von deiner Not-To-Do-Liste. Vielleicht geht es dir auch so, dass du dir 1.000 Aufgaben aufschreibst und am Ende des Tages enttäuscht und eventuell sogar verzweifelt bist, weil noch so viel auf deinem Zettel steht.

Das habe ich mir abgewöhnt. Ich habe auch eine ellenlange To-Do-Liste. Aber das ist kein Thema für mich. Ich entscheide mich pro Tag für die drei wichtigsten Dinge. Die möchte ich am Ende des Tages erledigt haben. Und ich plane genug Pufferzeiten ein. Denn bekanntermaßen kommt ja immer irgendwas dazwischen. Lies dir dazu auch meinen Artikel „Mehr Puffer, weniger Stress“ durch.

Wenn ich diese drei Dinge am Ende des Tages geschafft habe, bin ich zufrieden und stolz auf mich. Bin ich schneller, kann ich noch weitere Punkte abarbeiten. Aber dies ist dann freiwillig und ohne Druck.

Am nächsten Tag nehme ich die gleiche Liste wieder. Vielleicht schreibe ich auch den ein oder anderen Punkt neu dazu. Dann entscheide ich mich wieder für drei Dinge. Und verfahre genauso wie am Vortag. Bei mir funktioniert dies gut.

Diese Vorgehensweise beschränkt sich nicht nur auf den Arbeitsbereich, sondern kann auch bei privaten Planungen oder ähnlichem sehr gut eingesetzt werden.

Genauso mache ich es mit meiner Urlaubsplanung. Mein Mann und ich fahren dieses Jahr nicht weg. Aber ich werde eine Liste schreiben, was ich im Urlaub alles gerne machen würde. Darin bin ich schon geübt, da wir selten wegfahren. In der Regel gibt dies eine ellenlange Liste. Unmöglich das alles zu machen. Aber alleine die Auswahl gefällt mir. Und dann setze ich Prioritäten. Ich kann sie auch beispielsweise der Wetterlage anpassen. Oder meiner Gemütsstimmung.

Wichtig ist, dass du dir nicht zu viel auf einmal vornimmst, sondern quasi eine Vorauswahl triffst. Was ist sehr wichtig, weniger wichtig oder fast gar nicht wichtig.

Nimm dir Zeit für dich selbst.

Ich muss gestehen, dass ich hier ziemlich flexibel bin. Ich habe nicht viele fixe Termine, sondern ich arbeite sehr flexibel. Demgemäß kann ich mir auch meistens dann Zeit für mich nehmen, wann ich sie gerade brauche.

Vielleicht bist du nicht so flexibel wie ich, aber das macht nichts. Plane dir ganz bewusst freie Zeit für dich ein. Zum Beispiel abends. Du könntest einen Kurs nur für dich besuchen. Egal, ob einen Malkurs, einen Entspannungskurs oder einen Sportkurs. Oder du könntest dich in die Badewanne legen und dir ein schönes Buch mitnehmen. Oder du gehst mit deinem Partner oder Freunden ab und zu essen.

Ich mag auch gerne Dinge, auf die ich mich schon lange vorher freuen kann. Seit zwei Wochen freue ich mich schon darauf, wenn mein Mann Urlaub hat. Denn dann wollen wir zusammen ein neues Restaurant testen, welches wir uns ausgesucht haben. Natürlich könnten wir das auch schon früher machen, aber ich muss gestehen: Ich liebe auch die Vorfreude. Hier schiebe ich etwas ganz bewusst hinaus. Aber mit dem Wissen, dass ich es ja auch vorher machen könnte, wenn ich denn wollte.

Versuche nicht perfekt zu sein.

Dies ist der letzte Punkt auf meiner Not-To-Do-Liste. Versuche erst gar nicht, perfekt sein zu wollen, denn: Es funktioniert sowieso nicht. Und vor allem: Wer sagt denn überhaupt, wann was perfekt ist? Frage zehn verschiedene Menschen und du erhältst zehn verschiedene Antworten.

Das heißt jetzt aber nicht, dass du irgendetwas hinschnuddeln sollst. Es bedeutet, dass du es mit deinem Perfektionismus nicht übertreiben sollst. Ich habe mir 2017 diesen Spruch zu Herzen genommen: Lieber unperfekt starten als perfekt warten.

Ich habe mir quasi selbst die Erlaubnis erteilt, dass ich nicht warten muss, bis etwas in meinen Augen 100prozentig perfekt ist. Das wäre sowieso mehr oder weniger unmöglich. Also lasse ich es lieber gleich sein mit dem perfekt sein.

Ich gebe mein Bestes, aber ich verbessere mich oder meine Arbeit nicht noch zigmal. Ein-, zweimal überarbeiten, aber dann ist es auch gut. Ansonsten wirst du auch ewig nicht fertig. Und in der Regel ist es sowieso dein eigener Anspruch, der dir im Wege steht und nicht der der anderen.

Werde dir dessen bewusst und lege los. Und denke daran: Auch Fehler sind okay. Denn Fehler sind menschlich. Wer behauptet, er hätte noch nie einen Fehler gemacht, der lügt entweder oder hat noch nie etwas gearbeitet.

♥ ♥ ♥

So, dies war meine Not-To-Do-Liste für dich. Mit sieben Tipps für dich, was du zukünftig lassen solltest, um ein glücklicheres und zufriedeneres Leben zu führen.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen wundervollen Tag und ganz viele Glücksmomente.

Und du weißt ja: Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich wieder sehr über einen Kommentar von dir freuen.

Liebe Grüsse, Silvia

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. „Nimm dir Zeit für dich selbst“ – daran muss ich glaub ich noch etwas mehr arbeiten 😉

    Immerhin bin ich deutlich besser geworden bei „Nimm dir nicht zu viel vor“. Da hab ich ein „Planungswerkzeug“ erarbeitet, was mich dazu zwingt mich nicht zu überplanen 😉

    Danke für den wertvollen Artikel!

    LG und schönes WE,
    Kevin

  2. Hallo Silvia,

    klare Entscheidungen gegen all die Ablenkung ermöglichen erst ein JA zu den Dingen, die dir wirklich wichtig sind.

    Die wichtigsten Dinge in deinem Leben nimmt dir niemand ab.

    Und Wichtiges, das man liegen lässt, wird irgendwann Dringend.

    Liebe sinnstiftende Grüße,
    David

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